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30.01.2018 19:00

Jack

Vortrag zum Film: -Destruktive Sexualität – die Beziehung von Aggression und Sexualität von Dr. Stefan Orlob, Forensische Psychiatrie HELIOS Hanseklinikum Stralsund-

Der Vortrag nimmt seinen Ausgang am österreichischen Film „Jack – Poet * Verführer* Serienkiller“ (2015). Er spannt den Bogen zu Frage des Verständnisses der Natur der zerstörerischen Aggressivität des Menschen und dessen Bezuges zur Sexualität als Ursache sowie Ausdrucksform zugleich.

Sexualität ist eine enorme Macht und sie besitzt eine direkte Nachbarschaft zur Aggressivität. Nach der Evolutionspsychologie hat sich Sexualität im Laufe der Menschheitsgeschichte im Zusammenhang mit Rivalenangelegenheiten mit Gewalt verknüpft. Dies erklärt, warum auch beim zivilisierten Menschen Fortpflanzung und Gewalt, Sex und mehr oder minder spielerische Dominanz wie Unterwerfung, so eng beieinander liegen. Besonders beim Verlust oder drohenden Verlust des Sexualpartners reagiert der Mensch mitunter gewalttätig.

Jeder Mensch ist dem, wenn man so will, ausgesetzt. Er kann es im positiven Sinne nutzen oder destruktive Impulse ausleben, die so stark und extrem seien können, dass sie die Tötung eines anderen Menschen beinhalten. Hier kommen, wie auch bei der gesamten Bandbreite der sog. sexuellen Präferenzstörungen (früher: Perversionen) sowohl biologische wie auch entwicklungspsychologische Faktoren zum Tragen. Sexueller Sadismus oder die Begehung von sogenannten Lustmorden ist insofern die extremste und zugleich seltenste Zuspitzung. Bei solchen schweren Störungen ersetzt die Gewalt, das Erleben der Angst des Opfers, und der eigenen, scheinbar unbegrenzten Macht übliche Formen des Sexuallebens. Gleichzeitig kann sich eine Art Verhaltenssucht entwickeln, die in Serien von schwersten Taten, in einen scheinbaren Zwang der Wiederholung einmündet.

Eintritt frei!