Sie befinden sich hier

01.10.2020 09:19

Elf zu Null für Brüderlichkeit

"Nachspiel" des Eröffnungsgottesdienstes der Interkulturellen Woche

Mannschaftsbild ESV Lok und FC Al Karama beim Freundschaftsspiel IKW 2020

ESV Lok und FC Al Karama beim Freundschaftsspiel IKW 2020, Foto: Daniel Müller

(Stadion der Freundschaft) Obwohl harter Kampf zweier Mannschaften, die sich nichts schenkten gab es einen gemeinsamen, strahlenden Sieg unter ebensolchem Spätsommerblau - Warum? Vorausgegangen war der Rückzug des Greifswalder Vereins FC Al Karama, zumeist syrische Flüchtlinge, aus dem Spielbetrieb der Kreisliga Greifswald aufgrund wiederkehrender Pöbelei. Wenn wir uns selbst ernst nehmen, kann das so nicht sein, waren sich Kirchen, Freikirchen und ihre Dienste einig und fanden im ESV LOK Stralsund einen würdigen Gegner für ein Freundschaftsspiel, das vor allem eins sollte: Mut machen!

Landesintegrationsbeauftragte Reem Alabali-Radovan gab den Anstoß. Eine imaginäre Mauer aus Bierkästen wurde in Grund und Boden geschossen. "Das war die in den Köpfen!" moderierte Maria Zocher-Ihde. Auch wenn Tore unterschiedlich verteilt waren und letztlich Al Karama das Spiel für sich entschied, wurden 200 Zuschauer, Zeuge des 11:0 Sieges der Brüderlichkeit.

Auf den Gefühlscocktail angesprochen, ein abgekämpfter LOK Spieler: "Heute war´n die Bayern und wir Schalke, Hauptsache gut miteinander gespielt!" So sah das auch Organisator Ben Kohlstedt (Luther-Auferstehungs-Kirchengemeinde), Baptisten-Pastor Daniel Müller und Patrick Kunze von der katholischen Jugend. Unterstützung gaben NBZ-Ehrenamtliche, Jugendkirche, Präventionsrat, Hansestadt und Rotary Club. Frank Brückner (Kreisdiakonisches Werk Stralsund), der nicht sein erstes Spiel als interkultureller Schiedsrichter souverän pfiff: "Dieser Nachmittag ist eine Hammerbotschaft in´s Land!"

Aus dem Motto der Interkulturellen Woche "Zusammen Leben - Zusammen wachsen" wurde "Zusammen gewinnen" - mit Medaillen für alle im Stadion.