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09.05.2018 11:00

VOLKER HENZE MALEREI

-Ausstelllung in der Kulturkirche St. Jakobi-

Zu erleben seit dem 05. Mai 2018 bis 01. November 2018 in der Kulturkirche St. Jakobi. Die Ausstellung ist von Dienstag bis Sonntag, in der Zeit von 11.00 Uhr bis 17.00 Uhr geöffnet. Letzter Einlass 16.45 Uhr. Der Eintritt ist frei. Um Spenden wird gebeten.

Der in Mitteldeutschland, in Halle geborene Künstler Volker Henze lebt seit Jahrzehnten in Berlin, einer Stadt, die für seine künstlerische Biographie entscheidend war. Er studierte zunächst in Halle und wenig später an der Dresdener Hochschule Malerei. Dresden war für ihn die Begegnung mit der Farbe, mit der Farbe als einen metaphysischen Raum an sich, nicht mit der Farbe als koloristisches Hilfsmittel, um im Figürlichen der Wirklichkeit näher zu kommen. Henzes Bilder folgen nicht einer feingliedrigen Poesie, die sich aus einer lyrischen Gestimmtheit niederschreibt, sondern sein Ausdruck ist elementar den aktuellen Stimmungen seiner Verfassung verpflichtet.

Er schöpft gleichsam aus den psychophysikalischen Gegebenheiten seiner Existenz. Die Bilder, die dem rationalen Geist keine Erzählung im wortwörtlichen Sinne bieten, knüpfen an das in der Natur eingelagerte Geheimnis der Unendlichkeit an, das wir in jeder Kirche, besonders im mittelalterlichen Kathedralbau als eine geheimnisvolle dreidimensionale Raumform finden.

In dieser Hinsicht ist es besonders erregend, die Begegnung von Henzes abstrakten Farbräumen mit der architektonischen Bauform einer spirituellen Ideologie zu beobachten. Henze hat im traditionellen Sinne das Langschiff der Kulturkirche St. Jakobi als solchen zur Ausstellungsfläche erklärt. Zurückhaltend nutzt er z.B. den Altarraum, der seit der Renaissance der hohe Ort des Bildes war. Der aufragende, etwas verblasste Altar zeugt von diesen großartigen Ikonostasen christlicher Bildkunst.

Die Mischung aus Wiederherstellung und unwiederbringlichen Verlust lässt die Geschichte in diese Kirche eintreten und dieser Mixtur sind die Bilder von Volker Henze ausgesetzt und rufen ihre aufmunternde vitale Botschaft in den Raum. Es beginnt ein lebendiges Gespräch zwischen den Bildern, den alten Ziegeln und der Tünche. Erleichtert hören wir das Gebäude sagen, da ist einer, der uns versteht. (Text: Prof. Dr. Eugen Blume)