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Foyer, Kulturkirche St. Jakobi
Gustav-Adolf-Saal, Kulturkirche St. Jakobi
Kulturkirche St. Jakobi
Kulturkirche St. Jakobi
Langschiff, Kulturkirche St. Jakobi
Orgel, Kulturkirche St. Jakobi
Luftaufnahme, Kulturkirche St. Jakobi

Geschichte

Erstmals schriftlich erwähnt wurde die Kirche im Jahre 1303. Ihre grundlegende bauliche Entstehung muss etwa achtzig Jahre gedauert haben. Doch wurde bereits 1321 nachweislich der kirchliche Dienst aufgenommen. Im Laufe des 15. Jahrhunderts wurden weitere Kapellen errichtet und der Turm umgebaut. Unwetter und Kriege zerstörten seit dem 16. Jahrhundert beständig kleinere und größere Teile der St. Jakobi-Kirche, sodass über die Jahrhunderte immer wieder Ausbesserungen und Reparaturen vonnöten waren.
Den größten und heute noch am stärksten sichtbaren Schaden erlitt die Kirche 1944, als sie durch eine Bombe getroffen wurde, welche die Plünderungen in der Nachkriegszeit nach sich zogen. Die Orgelpfeifen der Mehmel-Orgel wurden für die Dachrinnen der Nikolaikirche verwendet, das Gestühl verheizt. Unter anderem der Turm, eine Vielzahl der Gewölbe und große Teile der Dächer waren nahezu vollständig zerstört. Zur gleichen Zeit begann der Wiederaufbau der Kirche. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde St. Jakobi letztmalig kirchlich genutzt. Zwischenzeitlich diente sie nun als Archiv und als Kunstgutlager, ab den frühen achtziger Jahren bis 1994 war sie zu einem Baustofflager umfunktioniert worden.

Bis heute zeigt sich dieser Raum mit seinen Verwundungen, seinen Narben und den Spuren, die eine wechselvolle Geschichte hinterlässt. Für das heutige Erscheinungsbild sind vor allem die Wunden des zweiten Weltkrieges prägend.

Auch wenn sie inzwischen umfassend restauriert wurde, versteckt sie immer noch nicht die Spuren der Geschichte. Nackt präsentieren sich die Wände; noch immer zeigt sich das Orgelprospekt ohne jede Orgelpfeife und ohne Schmuck und das fehlende Gestühl verstärkt die Faszination des leeren Raumes. Denn genau durch dieses Erscheinungsbild ist St. Jakobi etwas ganz besonderes. Kaum ein Raum vermag wie dieser Pathos und Vergeblichkeit, Größe und Verletzlichkeit auszudrücken. St. Jakobi lässt in seiner Unvollkommenheit jeden Besucher ganz fassbar begreifen, was Kirchenarchitektur ausdrücken will.

Seit nunmehr über zehn Jahren wird der Raum vielfältig als Kulturkirche genutzt: Sei es für Konzerte, Theateraufführungen, Ausstellungen, Märkte oder Messen. Durch den beständigen Umbau und die fortlaufende Restauration bleibt die Kirche veränderlich und gleichzeitig Zeuge ihrer bemerkenswerten Geschichte.