Sie befinden sich hier

Inhalt

Tanztheater trifft DIE ECKIGEN und beide schauen Video

plakat eckigen lysistratas frieden

"Lysistratas Frieden"

Premiere am 24.10. um 19:00 Uhr in der Kulturkirche St. Jakobi

Der Olymp ist die Heimstatt der griechischen Götter. Endliche Menschen mit ihren alltäglichen Sorgen und Nöten haben hier nichts zu suchen. Doch was in den Augen der Götter kleinlich ist, bleibt für Menschen lebensnotwendig. Der Krieg der Menschen unterhält die Götter oder vielleicht nervt er sie auch. Deswegen fliegt der Weinbauer Trygaios mit einem Mistkäfer hinauf auf den Olymp, um den Frieden auf die Erde zu holen. So ungefähr erzählt die Komödie des Aristophanes die Geschichte, deren sich in diesem Jahr DIE ECKIGEN des Kreisdiakonischen Werkes Stralsund angenommen haben.

Und natürlich erzählen Sie sie anders. Zuallererst trifft Trygaios auf dem Olymp Lysistrata (eine andere Figur des Aristophanes), die auch den Frieden auf Erden will. Sie leitet eine feministische Initiative, welche den Männern Sex verwehrt, solange Krieg ist. Wer kennt einen besseren Grund für Frieden als gelingende Liebe?

Doch auch die Götter sind bei den ECKIGEN anders. Sie sind genervt von den ewigen Streitereien der Menschen und bieten ihnen die Segnungen der Digitalisierung, damit endlich Ruhe und Frieden auf Erden herrschen. Natürlich sehen das unsere menschlichen Helden irgendwie anders und was ist ein Mistkäfer (Bug) Anderes, als ein Fehler im System.

In dieser Produktion der ECKIGEN unter der Leitung von Gerd Franz Triebenecker trifft antike Komödie auf Science-Fiction, digitaler Ersatz auf leibhaftiges Theaterspiel, Pathos auf Trash, die ganz großen Fragen auf unsere ganz kleinen Antworten. Vor allem aber treffen verschiedene Weisen des künstlerischen Ringens aufeinander. Existentieller Tanz ist ein Gegenentwurf zu den Fantasien der Digitalisierung, der Einspruch der einzigartigen menschlichen Leiblichkeit gegen ihre technische Ersetzbarkeit. Gleichzeitig werden mit Videoeinspielungen so manche Ideen des technischen Fortschritts und der menschlichen Solidarität ins Komische getrieben. Denn eine Komödie soll es auch noch sein. Es ist eine gemeinsame Produktion unterschiedlichster ästhetischer Sprachen, die um das Produzieren des Menschen an sich ringen.

Vieles ist anders in diesem Jahr. Diese Produktion ist unter den Geboten des Abstands und der Hygiene entstanden. Ist Digitalisierung in dieser Situation Verlust oder Gewinn? Für diese Fragen und das Ringen um leibhaftiges Theater haben die ECKIGEN sich künstlerische Partner gesucht, mit denen zusammen ein ganz eigenwilliger Theaterabend entstanden ist. Unter der Leitung von Stephan Hahn tanzen die ungarischen Profitänzer*innen Viktoria Kohalmi und György Jelinek, produziert der Mediengestalter Christian Klettes Trickfilme, zeigt die Malerin Juliane Ebner Bilder menschlicher Verletztheit und lässt Matthias Pech die Jakobi Orgel erklingen.

Eine Geschichte von den letzten großen Fragen, denen wir uns stellen müssen, wenn wir darüber nachdenken, was macht den fehlerhaften Menschen in der Zukunft aus? Und wo bleibt der prometheische Funke, der Selbstverantwortung des Menschen und seiner Technik?

Ermöglicht wurde diese Produktion durch den Fond Soziokultur und unterstützt vom Land Mecklenburg/Vorpommern, der Hansestadt Stralsund und dem Landkreis Vorpommern Rügen.

Premiere in der Kulturkirche ist am 24.10. um 19:00 Uhr.
Weitere Vorstellungen sind am 25.10. um 18.00 Uhr und am 04./05. und 07.11. um 19:00 Uhr.

Da auf Grund der Hygienevorschriften weniger Besucher zugelassen sind, bitten wir um Nutzung des Vorverkaufs bei Reservix oder der Tourismuszentrale.

Chronik des Geistig-Behindertentheaters "Die ECKIGEN"

1994 Arche Noah (Singspiel)

1996 Die Bremer Stadtmusikanten (Märchenspiel)

1997 Romeo und Julia (nach Motiven von William Shakespeare)

1999 Don Quijote (nach Motiven von Cervantes)

2000 Alkestis/ Schmied Günter (nach Motiven eines Pommerschen Märchens und Euripides)

2001 Von Einem, der auszog, das Fürchten zu lernen (u.a. nach den Gebrüdern Grimm)

2002 Philoktet (nach Motiven von Sophokles)

2003 Jakobus (Mysterienspiel in 7 Bildern von Thomas J. Hauk)

2004 Der eingebildete Kranke (nach Motiven von Molière)

2005 Freyas Tränen (nach Thomas J. Hauk)

2006 Struwwelpeter (Revue von Heinrich Hoffmann)

2007 Vom Meer (nach Franz Triebenecker, Musik von Luca Carbonaro)

2008 Bildbeschreibung (nach Heiner Müller)

2009 Maria Flint (nach Geschichten aus Stralsund, Musik von Wieland Möller)

2010 Der verlorene Sohn (nach einer Geschichte der Bibel)

2011 Alice im Wunderland (nach Motiven von Lewis Carroll)

2012 Sternthaler (nach den Gebrüdern Grimm)

Wer schneller liebt, liebt länger (Schlagerabend mit der Band "Seeside")

2013 Orpheus - Schau mich an (nach Motiven von Vergil und Ovid)

2014 Ein Sturm nach Shakespeare (nach Motiven von William Shakespeare)

2016 ÖDIPUS - Schwellfuss

2017 Die Nibelungen - Heimat und Fremde

2018 Der arme Heinrich

2019 Ein Sommernachtstraum