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Der einzigartige Altar des Bildhauers Friedrich Press

Unser Altar

Du siehst, also glaubst Du. Glückselig sind die, die glauben und die nicht gesehen haben (nach Joh. 20, 19 ff. - Name der kleinsten der drei Glocken der Auferstehungskirche, mittlere "Vivet", Große "Palmarum")
Das kann man auf ein einziges Wort reduzieren:

Vertrauen

Man spricht oft von "gesundem" Misstrauen, so ein Unsinn!
Wie kann etwas gesund sein, was Freundschaften, Familien... ja die Welt zerreißt?

Gesund ist Vertrauen.

Gesund ist, was im Leben, also auch in kalten und harten Zeiten trägt.
Das Wesentliche eben. Unser Altar von Friedrich Press,
der Altar unserer Auferstehungskirche zeigt das Wesentliche sehr deutlich:
Jesus ist auferstanden, er hat sogar den Tod besiegt 

durch Vertrauen.

Beton ist ein hartes Material und mit der Bewehrung sehr, sehr fest. Es ist ein Material
aus der Lebenswirklichkeit unserer Zeit

vertraut eben!

Und es wird ganz klar und deutlich,
tonnenschwer und unverrückbar  fest wie ein Felsen 
bleibt dieses Haus 
ein geweihter Ort.
In allem was wir tun sind wir Kirche.
Viel gute Saat ist im Boden, sie wird segensreich gedeihen.

Auch darauf vertrauen wir.

(Thomas Nitz 2012)

Der Altar ist das letzte Werk des europaweit bekannten Bildhauers Friedrich Press (1904-1990). Er erlebte die Fertigstellung des Altars und die Weihe der Kirche zu Palmarum, am 24. März 1991 nicht mehr.

Die Material- und Themenwahl sowie Massivität des Ensembles lassen ahnen, dass dieses Werk in der Endzeit der DDR (letzter Kirchenbau begonnen 1.6.1989) in eher kirchenfernem Milieu (Thema) so unverrückbar geschaffen wurde, auch um zu sagen: "Das schiebt niemand beiseite, aus diesem Haus macht Ihr kein Kreiskulturhaus. Das bleibt Kirche!" (Interpretation Th. Nitz).

Die Darstellung: Der Auferstandene erscheint im Kreis der Jünger (Joh. 20, 19 ff), die sich hinter verschlossenen Türen in Sicherheit gebracht hatten: "Friede sei mit Euch". Er zeigte die Wunden. Zweifler Thomas glaubte die Auferstehung erst dadurch (legt den Finger in die Wunde).

Der minimalistisch, kraftvolle Ausdruck des Katholiken Friedrich Press überwindet Vorstellungsweisen und Denkmuster, reduziert auf das Wesentliche: Es gilt immer, auch im Leiden, zu vertrauen. Er sagte einmal: "Ich will Jesus nicht darstellen als hätte ich ihn gekannt. Ich will nur das Zeichen setzten." (aus dem Gesamtwerk zusammengestellt von Jorinde Gustavs). Zunächst erschrecken die Menschen, brauchen aber nicht verängstigt, verschlossen, gleichgültig zu bleiben, auch wenn in einem Neubaugebiet "Zubetoniertzuwerden" droht.

Hier wird Beton zum Träger des Evangeliums, der guten Nachricht: "Der Geist Gottes lässt Menschen auf und durchatmen  überall  auch in Grünhufe." (nach Pastor Wolfgang Lück 1991)