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08.07.2020 14:52

Ahoi! Segel setzen auf der "Smilla"

Rauf aufs Wasser und dann genießen: Sieben Mädchen und Jungen haben an der Segelwoche des Stadtteiltreffs Heuboden in Stralsund teilgenommen. Die Tage auf dem Sund sind wie im Flug vergangen.

Von: Miriam Weber

Stralsund. "Ehrlich gesagt find ich die 'Smilla' cooler, weil man da besser relaxen kann", sagt Lotti Emma Winkler mit einem Lachen. Die 15-Jährige gehört zu den sieben Mädchen und Jungen, die in dieser Woche jeden Tag aufs Wasser gehen - bei der traditionellen Segelwoche des Stadtteiltreffs Heuboden des Kreisdiakonischen Werks Stralsund.

Bereits das sechste Jahr in Folge macht sich Kathrin Pöthke vom Stadtteiltreff mit den Kindern auf zu Tagestörns. Möglich wird das vor allem durch die Unterstützung von Hendrick Behrendt von der Segelschule Dänholm und Paul Krummenauer als Rettungsschwimmer, die bei den Segelwochen immer mit am Start sind.

Regionale Ferienaktion

"Es macht einfach Spaß, auf dem Wasser zu sein", sagt Lotti. Deshalb sei sie auch von Anfang dabei und freue sich immer riesig auf die Woche im Sommer. "Wir haben uns jeden Tag auf dem Dänholm getroffen, dann wurde ein Wetter-Check gemacht und Hendrick Behrendt hat uns erklärt, was geht und was nicht", sagt Kathrin Pöthke. Und so waren die Wasserratten unterwegs am Baggerloch oder machten einen Törn Rund Dänholm.

Im Stadtteiltreff steht jedes Jahr unter einem bestimmten Motto, in diesem Jahr ist es "Die Welt der Farben". Da war es klar, dass auch bei der Segelwoche auf etwas ein besonderer Fokus gerichtet wurde - Mee(h)rfarben war also das diesjährige Thema. "Dabei ging es uns vor allem darum, beim Segeln selbst die Wahrnehmung auf das Thema zu lenken", sagt Kathrin Pöthke. Die Farben des Himmels, des Wassers und des Segels gegen den blauen Himmel ... Unter den typisch roten Segeln der "Smilla", einem Nachbau der traditionellen Fischerzeese, durchsegelten die Kinder und Jugendlichen im Alter zwischen zehn und 17 Jahren alle Wasser-, Wind- und Wetterfarben der Woche bei guter Laune und spannenden Ausblicken. Denn langweilig wurde es nie. Am Dienstag stürmte es ganz ordentlich, so dass sogar eine Fockschot zerriss.

Mit anpacken und Segel setzen

Zwischendurch segelte die Crew auch mal mit einem Kutter, "auf dem es etwas sportlicher zuging", wie Kathrin Pöthke mit einem Augenzwinkern erklärte. Doch die meiste Zeit war es die gemütliche "Smilla", auf der alle unterwegs waren. "Wir durften richtig mit anpacken", sagt Lotti. "Segel setzen und sogar an der Pinne sitzen, um zu steuern." Und es gab noch mehr zu tun. "In der Woche hat unsere Mannschaft jede Menge gelernt", verrät Kathrin Pöthke. Und dieses neu erworbene Wissen mussten alle am Freitag bei einem Abschlusswettbewerb zeigen und anwenden. Kleine Knotenkunde, Leinenweitwerfen oder das Einordnen maritimer Begriffe.

Abenteuerliches, aber auch Gemütliches, Kreatives und vor allem Ferienerholendes für alle, die trotz Corona den Schulabschluss oder Klassenabschluss schafften und lange Zeit auf Gemeinschaft verzichten mussten."Es ist eine schöne regionale Ferienaktion", sagt Kathrin Pöthke. Die Kinder und Jugendlichen würden nicht nur Teamgeist lernen, sondern auch neue Freunde kennenlernen und auf ihre Heimatstadt einfach einen anderen Blick werfen. "Es ist einfach schön, wenn sie Stralsund zum Beispiel einmal von der Wasserseite aus bestaunen können."

Quelle: OSTSEE-ZEITUNG / Miriam Weber

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