Theaterprojekt ÜberGrenzen – Wir im anderen

In diesem Theaterprojekt, das bereits seit 2017 umgesetzt wird, arbeiten wir mit Zuwanderinnen und Zuwanderen aus Krisen- und Kriegsgebieten sowie anderen Ländern und auch Einheimischen zusammen.

Unsere bisherigen Stücke:

  • Die Zehn Gebote (2016)
  • Zero (2017)
  • Ödipus auf Kolonos – Wir sind nicht Dein Projekt (2018)
  • Babylon (2019/2020)
  • Olympia (2020/2021)

Olympia

nach Motiven Der Sandmann von E.T.A. Hoffmann

– Ein Theaterstück mit Zuwander:innen und Einheimischen –

In ihrem neuen Theaterstück Olympia nehmen sich Spielerinnen und Spieler innerhalb des Theaterprojektes „ÜberGrenzen“ E.T.A. Hoffmanns düstere und rätselhafte Erzählung Der Sandmann an.

Der Epoche der Romantik zuzuordnen, nicht minder auch der „schwarzen Romantik“, erweist sich in der Erzählung Der Sandmann das Unheimliche als Synonym der Mehrdeutigkeit der Welt zwischen Rationalität, Aufklärung und innerer Traumwelt, welche die Angst vor Mechanisierung des Menschen widerspiegelt.

Nathanael, als Kind durch den mysteriösen Tod des Vaters traumatisiert, glaubt im Wetterglashändler Coppola dessen Mörder Coppelius wiederzuerkennen. Hin- und hergerissen zwischen dem Leben als Dichter und als Student der Naturwissenschaft verliebt er sich statt in eine Frau in eine roboterhafte menschlich aussehende Puppe und versinkt schließlich im Wahnsinn. Die Furcht vor Identitätsverlust im Angesicht eines Doppelgängers und die Begegnung mit einem perfekten Menschen oder Automat ist Ausdruck und Irritation der Moderne, welches sich hier mit wissenschaftlich magischem Denken verknüpft und sich als rätselhafter Widerspruch inszeniert.

Das neue Theaterstück Olympia spannt so den Bogen aus der Romantik jener Zeit in das Heute. Es stellt einerseits Fragen angesichts des unaufhaltsamen Fortschritts im Zeitalter der Digitalisierung und dessen verheißendem Glück und ist ebenso Ausdruck nach dem Streben und dem Wunsch eines Idealselbst als subjektive Erfahrung, welche sich schon jetzt im Alltäglichen präsentiert.

Babylon

Ein Theaterstück mit Zuwanderinnen und Zuwanderern

Babylon ist ein Theaterstück, welches das Scheitern der Sprache als Ordnungsprinzip an ihrer Vieldeutigkeit in den Mittelpunkt stellt. Sprache kann zugleich vereinheitlichen, aber auch dem Einzelnen selbst Ausdruck verleihen. In den aktuellen Diskussionen von Integration, Identität und Zusammenleben, muss sich jedes Argument an dieser Dialektik bewähren.

Babylon – einst eine Stadt am Euphrat, gilt seit vielen Jahrhunderten als Wiege der Zivilisation und Ursprung der Gelehrsamkeit, als Megapolis – aber auch als Ort menschlicher Hybris, der Tyrannei und Dekadenz – ein urbaner Moloch mit monströsen Bauwerken in dessen Schmelztiegel Völker unterschiedlichster Religionen und Bräuche friedlich zusammenlebten. Ein dichter Strom aus historischen Phänomenen, Legenden und Fiktionen formt bis heute ihr Bild und ist Analogie zeitgenössischer Interpretationen.

In ihrer dritten Inszenierung versuchen Spielerinnen und Spieler des Theaterprojektes ÜberGrenzen, dem Mythos Babylon als Metapher für Zerfall und Verrohung beruhend auf der Überlieferung der Genesis auf die Spur zu kommen. Dabei bedienen sie sich einer fiktiven Liebesgeschichte, welche aus dem unvollendeten Bau des Turms zu Babel entspringt und sich den Hürden des Verständnisses von Sprache stellen muss.

Da ist zum einen eine junge Frau Maria, die zwischen ihrem Recht auf Freiheit und Willen zur Selbstbestimmung hin und her schwankt, ihr gegenüber, ein junger Mann, dem es auf der Suche nach Glück und Verheißung in die Stadt Babylon zieht. Doch beide vertreten unterschiedliche Vorstellungen von Liebe. Für den jungen Mann besteht sie aus Zärtlichkeit, Hingabe und Einzigartigkeit, während sie für Maria nur spontane Sinnlichkeit ist.

Kontakt

Kreisdiakonisches Werk Stralsund e.V.
Kulturkirche St. Jakobi
Einsatzstellenleitung: Dr. Franz Triebenecker
Jacobiturmstraße 28a
18439 Stralsund
Email: jakobi.triebenecker@kdw-hst.de

Projektverantwortung: Anja Marz
Tel.: 038 31 – 30 96 96
Fax.: 038 31 – 30 96 97
Email: jakobi.kultur@kdw-hst.de